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 Französische Stil-Epochen

Die Übergänge zwischen den einzelnen Stilen verliefen fließend. Teilweise bestanden, zumindest international gesehen, mehrere Möbelstile nebeneinander. Manche Möbel- Stilformen waren auch an bestimmte gesellschaftliche Klassen gebunden. Erinnert sei nur an den Rokoko- Stil. Diese Möbel wurden so aufwändig und nur aus teuersten Materialien gefertigt, dass sie ausschließlich dem Hofe und dem Großbürgertum vorbehalten blieben.
 
In Frankreich wurde 1751 vom Parlament festgelegt, dass die Kunsttischler und Stuhlmacher ihre Arbeiten kennzeichnen mussten. Jeder Meister besaß seinen eigenen Stempel und der Bleiabdruck dessen lag bei der Zunft. Dem Namen mussten die Buchstaben J.M.E (Jurande des menuisiersebénistes) folgen. Die Stempelpflicht bestand bis 1791. Tatsächlich aber kennzeichneten viele Künstler ihre Arbeiten schon seit ca. 1743 mit einem Namensstempel aus Eisen. In Deutschland wurde nur vereinzelt die Arbeiten der Kunsttischler gestempelt.

Gotik

1200 - 1400
Die Bauweise der Möbel wird im Verlauf des gotischen Mittelalters leichter und dünnwandiger. Verschiedene Arten der Holzverbindungen setzten sich mehr und mehr in der Möbelkonstruktion durch und erlauben dem Möbelbauer mehr Freiheit in der künstlerischen Gestaltung des Möbels.
Mit den steigenden Ansprüchen des Bürgertums entwickeln sich in der Gotik nach und nach aus den groben, nach Zimmermannsart gebauten Einrichtungsgegenständen des frühen Mittelalters bzw. der frühen Gotik immer abwechslungsreicher gestaltete und verzierte Möbel.
 
Aus der Truhe entwickelt sich ein halbhoher Schrank, je nach Breite mit einer oder zwei Türen. Oft kann man an diesen Möbeln noch den zweigeschossigen Aufbau von übereinandergestellten Truhen erkennen. Die typischen Merkmale der Möbel Ornamente sind Faltwerk, Rankenschnitzereien, Spitzbogen und Krabbenformen. Figürliche Darstellungen an Möbeln sind dagegen selten.

Renaissance      

1400-1650
Während die Frührenaissance in Italien schon im 15. Jh. einsetzte, verbreitete sich die Renaissance im übrigen Europa erst in den beiden ersten Jahrzehnten des 16. Jh. Anders als in Frankreich oder Deutschland hatte sich die Gotik in Italien weniger stark entwickelt. Die Frührenaissance währte in Italien von ca. 1420-1480/90, die Hochrenaissance von 1480/90-1520/30 und die Spätrenaissance von 1520/30-1580/90.

Renaissance-Möbel, vor allem die Schränke, sind oft mit gedrechselten Säulen und anderem Architekturdekor gegliedert. Die Möbel hatten oft eine tempelartige Fassade und eine stark ausgeprägte Ornamentik. Beliebt waren u. a. Verzierungen mit Atlanten, Akanthus, perlstabförmige Leisten, Ziergebinde aus Blüten und Blättern, Hermen und Waffen sowie den in der Renaissance entwickelten Arabesken und Grotesken.

In der Spätrenaissance kamen auch Drechselarbeiten immer mehr in Mode. Die um 1520/30 beginnende Spätrenaissance bereitete den Weg für das Barock vor.
Henri II
Henri deux
Bezeichnung für die Periode der französischen Renaissance unter König Heinrich II. (1547-1559) und seiner Nachfolger (1547-1589).
Louis XIII
Louis treize
 
ca. 1610-1643
Stil und französische Kunstrichtung unter König Ludwig XIII. (1610-1643.  Der Stil Louis-treize dominierte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Weiterentwicklung des französischen Renaissancestiles, der noch einige gotische Merkmale, wie kastenförmige Möbel, beibehielt.

Für den bei der Ermordung des Vaters erst neunjährigen Ludwig übernahm vorerst seine Mutter Maria Medici die Regierungsgeschäfte. Durch sie sollen Ebenholzfurniere Mode geworden sein. Großen Einfluss auf den Geschmack der Zeit übten auch die Kardinäle Richelieu und Mazarin aus. Ludwig XIII. empfing Minister, Honoratioren und Delegationen mit Vorliebe im Prunkbett liegend. Als Folge davon bekamen kleine, neben dem Bett aufgestellte Sitzmöbel, die so genannten Taburetts, erstmals Bedeutung.
Louis XIV
Louis-quatorze
 
ca. 1661-1715
Louis XIV, als Sonnenkönig bekannt, König von Frankreich (1643-1715), der als wichtigster Auftraggeber auf allen Gebieten der Kunst galt.

Charles le Brun, Maler und Dekorateur, stellte für den "Sonnnenkönig" das schwere und mächtige Hofmobiliar in enger Anlehnung an die italienischen Prunkmöbel her. Um 1700 kamen am Hofe die ersten Kommoden auf und fanden in kürzester Zeit in allen europäischen Residenzen weite Verbreitung.

André Charles Boulle (1642-1732), erster Ebénist am Hof, machte eine Einlegetechnik aus Metall, Perlmutt, Schildpatt und Elfenbein (Boulle-Technik) bekannt, die bis ins 18. Jh. beliebt war und im 19. Jh. noch einmal entdeckt wurde.

Régence

ca. 1715-1723
Nach dem Tod Ludwigs XIV. führte Herzog Philipp II. von Orléans 1715 bis 1723 an Stelle des erst fünfjährigen Königs Ludwig XV. die Regentschaft. Der vom Bandelwerk geprägte Kunststil seiner Zeit hieß Régence.
 
Schränke und Stühle hatten nun keine geraden Beine mehr, sondern leicht geschwungene. Furnierarbeiten und Boullemarketerie waren immer noch beliebt. Dünne Bronzeeinlagen wurden verwendet um Schubladen, Füllungen, Ecken, Kannten und Möbelbeine einzurahmen. Die Kommoden bekam geschwungene Beine und bombierte Flächen.
Louis XV
Louis-quinze
 
ca. 1723-1755
Benannt nach König Ludwig XV. (König 1715-1774, bis 1723 unter der Vormundschaft des Herzogs Philipp II. v. Orléans). Wegen seiner charakteristischen Dekorformen heißt der Louis-quinze auch Style Rocaille (Muschelwerk).
 
Man bevorzugte nun Kommoden mit zwei Schubladen sans traverse auf geschwungenen Beinen mit geschweiften Flächen. Das Mobilar ist weniger wuchtig als im Louis-quatorze. Es wirkt eleganter und setzte den schon in der Régence eingeleiteten Trend zu persönlichem Komfort und zu Bequemlichkeit fort. Beliebt waren naturfarbene Hölzer, aufwendig gestaltete vergoldete Beschläge aus Bronze bei den Möbeln sowie Chinoiserien, Turquerien und erotische Darstellungen.

Transition

ca. 1755-1774
Zwischen Louis-quinze und dem klassizistisch geprägten Louis-seize. Stücke im Transitions-Stil weisen meist Elemente aus dem Louis XV und Louis XVI auf.
 
Der geschwungene Louis-XV-Stil wurde allmählich von geraden Linien und zurückhaltender Dekoration im klassizistischem Stil verdrängt. Kommoden waren gerade statt bewegt, behielten jedoch die kurzen, geschweiften Beine. Zeittypisches Möbel ist die Kommode, deren vertikal dreiteilig gegliederte Front in der Mitte vorspringt. Sitzmöbel wurden vorwiegent mit ovalen Rückenlehnen versehen und die geraden konischen Beine waren meist kanneliert.
Louis XVI
Louis-seize
 
ca. 1774-1795
Benannt nach König Ludwig XVI. (1774-1792). Die Rocaille und andere damit verbundene abstrakte Gestaltungen wurden durch naturalistische Formen wie Blumenkörbe, Weidenzweige, schnäbelnde Vögel, Fruchtstäbe, Fruchtgehänge, Girlanden und Festons sowie durch Bänder, klassizistische Ornamente (Mäander, Bildnismedaillons, Trophäen, Musikinstrumente etc.) sowie Attribute der Künste und Wissenschaften ersetzt.
Charakteristisch für den Louis-seize ist ferner, dass die Beine der Möbel nicht mehr geschwungen sind, wie bei den letzten Stilepochen, sondern gerade, mit rundem Querschnitt.
Directoire
ca. 1795-1804
Eine Sonderform des französischen Klassizismus in der Revolutionszeit, benannt nach dem Directorium (1795-1799) der Französischen Revolution. Das Directoire vermittelt zwischen Louis-seize und dem Empire.
 
Charakteristisch für das Directoire ist ein nüchternes, strenges Ornament, das Abneigung des republikanischen Bürgertums gegen die mit üppigem Zierat auf herrschaftlichen Luxus ausgerichteten Prunkstile früherer Zeiten dokumentiert.
Empire
ca.1800-1815
 
Bezeichnung für die Herrschaft Napoleons I. (1804-1815) und die französische Spielart des Klassizismus.
Häufig wird das Empire als Reaktion auf die Prunkentfaltung des Barock und des Rokoko hingestellt und als Stil beschrieben, in dem die Einfachheit dominiert. Die Geradlinigkeit darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Gegenstände mit einem aus einfallsreichen Kombinationen bestehenden Dekor versehen sind. Während im Directoire vor allem griechische Motive bevorzugt wurden, waren in der Zeit des Consulat besonders ägyptische Sujets in Mode Obeliske, Pyramiden, Sphinxe etc.). Im Empire trat die Vorliebe für ägyptische Motive wieder in den Hintergrund und wurde von dem in der griech.-röm. Antike üblichen Zierat abgelöst Urnen, Girlanden, Lorbeer, Kränze, Adler, Schwäne, Tempelformen, flankierende Säulen, Palmetten, Darstellungen der Siegesgöttin Victoria sowie Trophäen, Zepter etc.) Die Motive wurden bei der Möbelherstellung in Form von Einlagen sowie vergoldeten Bronzebeschlägen dargestellt.

Weiters waren begrenzende Leisten und Säulen aus Ebenholz oder ebonisiertem Holz beliebt.  Nach dem Sturz Napoleons und der Wiedereinsetzung der Bourbonen 1815 wurde das Empire vom Restaurations-Stil abgelöst. Im übrigen Europa dauerte das Empire bis nach 1830.

Restauration

ca.1815-1830
Der nach dem Sturz Napoleons I. mit der Wiedereinsetzung der Bourbonen 1815 beginnende Restaurationsstil währte bis zum Rücktritt König Karls X. nach der Julirevolution von 1830. Während die französische Politik mit der Restauration die Wiederherstellung vorrevolutionärer Zustände anstrebte, blieb in der Kunst der Stil des antikisch-klassizistisch orientierten Empire bestehen, allerdings unter Vermeidung "Napoleonischer" Zierate.
 
Bei den wuchtigen, schweren Möbeln dominierten helle Hölzer und Farben. Besonders beliebte Motive waren Lyren, Schwäne und Blumen. Der von Napoleon bevorzugte Lorbeer(-Kranz) wurde durch Akanthus-Voluten ersetzt.

Louis-Philippe

ca. 1830-1850
Einrichtungsgegenstände zeigen eine unverkennbar historisierende Orientierung. Als Vorbild dienten Möbel besonders aus dem Rokoko. Beliebt waren eingelegte Plakette aus Sèvres-Porzellan und schwere bronzene Appliken.
 
Napoleon III
 
ca. 1850-1870
auch 2. Empire. Bezeichnung für die in Frankreich ca. 1850-1870 übliche, von klassizistischem Formengut (Mäander, Bildnis-Medaillons usw.) geprägte Spielart des Historismus.
Art Nouveau
ab ca. 1870
 
 
Ein neuer Stil tritt nicht von heute auf morgen auf. Insbesondere Möbel reagieren recht langsam auf neue Stilentwicklungen, es dauerte immer eine gewisse Zeitspanne, bis sich ein neuer Stil durchsetzen konnte. Die verschiedenen Stile haben teilweise jahrzente lang Jahre überschnitten, und zeigen auch regional deutliche Abweichungen.